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Anfang 2009 verhängte der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hasan Ahmad Al-Bashir. Darauf-hin verwies die Regierung im Sudan kurzerhand 13 internationale und verbot drei nationale Hilfsorganisationen. Dadurch sind Lücken in der Versorgung der Millionen Vertriebenen aufgetreten, die humanitäre Krise wurde dramatischer. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt die verbliebenen Organisationen finanziell, um die aufgetretenen Lücken zu füllen.
Seit 2004 unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe im ökumenischen weltweiten Verbund ACT Alliance (Kirchen helfen gemeinsam) die durch den anhaltenden Konflikt vertriebene Bevölkerung in Darfur. In enger Zusammenarbeit mit dem Sudanesischen Kirchenrat, lokalen Nichtregierungsorganisationen sowie der Beteiligung an der Hilfsoperation DERO (Darfur Emergency Response Operation) konnte hunderttausenden Flüchtlingen an verschiedenen Orten in Süd- und West-Darfur geholfen werden.
Folgen des Haftbefehls Al-Bashirs für die Flüchtlinge
Verschlechtert hatte sich die Lage zum Jahresbeginn 2009 durch den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den sudanesischen Präsidenten, weil die Arbeit vieler Hilfsorganisationen massiv behindert wurde, einige wurden sogar komplett des Landes verwiesen. Hunderttausende sind dadurch laut einer UN-HAC Mission von mangelnder Versorgung betroffen: 904.000 Flüchtlinge im Bereich Wasserversorgung, 976.000 im Bereich Müll, 857.000 bezüglich Latrinen und 872.000 bezüglich Hygiene. Die Gesundheit von 650.000 Menschen ist in Gefahr.
Hindernis ist auch ein Jahr danach hauptsächlich die sudanesische Regierung, die nach einer Nationalisierung der Hilfsmaßnahmen strebt. Die noch aktiven nationalen Organisationen sind jedoch meist völlig ausgelastet bzw. überlastet, weshalb es zu Verzögerungen in der Versorgung kommt, die das Leben vieler Vertriebener gefährdet.
Von der Diakonie Katastrophenhilfe unterstützte Maßnahmen
Ziel der Diakonie Katastrophenhilfe ist die Sicherstellung der Versorgung von zehntausenden Bewohnern des Bilel-Flüchtlingslagers und in Gemeinden von Nyala im südlichen Darfur. Brunnen werden gebohrt, Wasserstellen werden errichtet und Handpumpen in Betrieb genommen, damit mehr sauberes Wasser zur Verfügung steht. Die Instandsetzung und der Neubau von hunderten Latrinen zielt auf die Verbesserung der Situation der sanitären Anlagen. Außerdem ist Hygiene eine der besten Vorbeugemaßnahmen gegen übertragbare Krankheiten. Deshalb gibt es Workshops und Gruppengespräche zur Hygiene-Aufklärung, genauso wie Trainings zur Wartung von Wasserpumpen und Chlorierung.
zuletzt aktualisiert: 17.02.2010